Steuern sparen – jetzt!

Am 1. Januar 2020 tritt das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) in Kraft. Das neue Gesetz hat auch Auswirkungen auf KMU. Der traditionelle Garagisten-Apéro von FIGAS zeigt Möglichkeiten auf, die Gewinnsteuern noch dieses Jahr zu optimieren. Die AGVS-Medien waren am Garagisten-Apéro in Lachen SZ dabei.

Mit 66.4% Ja-Stimmen haben die Schweizer Stimmberechtigten das STAF am 19. Mai dieses Jahres angenommen. Die Vorlage war die Antwort auf den zunehmenden Druck seitens der EU und der OECD auf die Schweiz, die Steuerprivilegien für internationale Unternehmen abzuschaffen. Dass gleichzeitig ein «Päckli» zur mittelfristigen Sicherung der AHV geschnürt wurde, war unschön und laut Verfassung eigentlich gar nicht zulässig, da es sich um zwei «sachfremde» Geschäfte handelte. Trotzdem hat der Souverän das Gesetz mit grossem Mehr angenommen.

Zielgruppe der jährlichen Roadshow von FIGAS unter dem Label «Figas Garagisten-Apéro» sind KMU aus dem Schweizer Garagengewerbe. Auf den ersten Blick haben diese kleinen und mittelgrossen Garagenbetriebe wenig mit den internationalen Holdinggesellschaften zu tun, für die das neue Gesetz geschaffen werden musste. Und doch hat es Auswirkungen gerade auch auf sie.

Denn um international konkurrenzfähig zu bleiben, senken zahlreiche Kantone 2020 ihre Gewinnsteuersätze. Für André Frey, Geschäftsführer der FIGAS Autogewerbe-Treuhand der Schweiz AG, ist deshalb klar: «Ihr Ziel muss sein, die Gewinnsteuern für 2019 zu optimieren und wo möglich Erträge erst 2020 auszuweisen.» Mit einem einfachen Rechenbeispiel untermauerte Frey seinen Rat an die Garagisten. So sinken beispielsweise im Kanton Zürich, notabene dem künftig teuersten Kanton der Schweiz, die Gewinnsteuern von heute 21.15% auf 18.19%. Mit anderen Worten: Wer 100'000 Franken Gewinn von diesem ins nächste Jahr verschieben kann, der spart knapp 3'000 Franken Steuern!

André Frey wies die Garagisten nicht nur darauf hin, was zu tun ist, sondern zeigte auch auf, wie diese Gewinne und damit die darauf entfallenden Steuern zu optimieren sind. So empfahl er den Garagisten, geplante Investitionen noch in diesem Jahr vorzunehmen und maximal abzuschreiben: «Die meisten Kantone lassen auch Sofortabschreibungen zu.» Möglich sind auch zusätzliche Lohn- und Bonuszahlungen für 2019, allenfalls zu kombinieren mit dem Einkauf in die Pensionskasse. Sonst drohen handkehrum höhere Steuern auf das private Einkommen. Frey: «Auch ausserordentliche Gewinne, zum Beispiel durch den Verkauf von Liegenschaften, Landreserven oder wertvollen Oldtimern, sollten Sie erst 2020 realisieren.»

Vorteilhaft kann auch die Ausschüttung einer Dividende noch im Jahr 2019 sind, da die Teilbesteuerung der Dividende ab 2020 erhöht wird: beim Bund auf 70%, bei den Kantonen auf mindestens 50%. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: So ist die Höhe der ausschüttbaren Substanz zu beachten und der Aktionärskreis; denn allfällige Minderheitsaktionäre werden gleichbehandelt.

Ein weiteres Mittel, die Gewinnsteuern noch dieses Jahr zu optimieren, ist die Bildung von Rückstellungen. Die Steuerverwaltungen lassen es beispielsweise zu, dass Arbeitgeber ihre Beiträge in die zweite Säule vorziehen. Diese sogenannte Arbeitgeberbeitragsreserve kann im Umfang von maximal fünf Jahresprämien eingezahlt werden. Gleichzeitig wies André Frey darauf hin, dass ein steuerrechtlich optimierter Jahresabschluss 2019 von den kantonalen Steuerbehörden akzeptiert werden müsse, sonst bestehe das Risiko von steuerlichen Aufrechnungen: «Gerade bei Rückstellungen lohnt es sich, vorgängig mit den Steuerbehörden abzuklären, wo die Grenze liegt.»

Da die Pensionskasse in all diesen Tipps zur Steueroptimierung immer wieder zum Thema wurde, informierte im Anschluss an André Freys Referat Andreas Zehnder, Unternehmensberater der PK Mobil, über die Pensionskasse der Berufsverbände AGVS, Astag, 2rad Schweiz und Carrosserie Suisse. Andreas Zehnder zeigte den anwesenden Garagisten Möglichkeiten auf, im Zusammenhang mit Kaderplänen und Einkäufen in die Pensionskasse die privat anfallenden Steuern zu optimieren.

Er konnte den an diesem Novemberabend in Lachen SZ anwesenden Garagisten die beruhigende Nachricht übermitteln, dass die PK Mobil mit einem Deckungsgrad von 103.8% und einem Verhältnis von einem Rentner auf sieben Erwerbstätige kerngesund ist. «Unser höchstes Ziel ist ein Deckungsgrad, der über 100% liegt. Das hat die PK Mobil in den 58 Jahren ihres Bestehens stets geschafft. Aber eine Garantie gibt es nicht.» Nicht in Zeiten von Negativzinsen. Positiv endete der Abend für die rund 30 interessierten FIGAS-Gäste im Hotel Marina in Lachen SZ: mit einem Apéro und angeregten Gesprächen.

Text und Bild: agvs-upsa.ch

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